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Ökumenischer Gottesdienst am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag

16.09.2018

«Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.»

 
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«Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.»


So drückt der Dichter des 42. Psalms seine Sehnsucht nach der Nähe Gottes aus. Unter dieser Überschrift feierten die katholische, die reformierte und die neuapostolische Kirchgemeinde Regensdorf einen gemeinsamen Gottesdienst anlässlich des eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags. Vorbereitet wurde dieser von Religionspädagogin Marion Grabenweger, Pfarrer Adrian Beyeler und Hirte Christoph Erni. Aufgrund kurzfristiger Abwesenheit wurde Marion Grabenweger während des Gottesdienstes von Pastoralassistent Rolf Knepper vertreten. Gegen 200 Christen fanden sich in der katholischen Kirche St. Mauritius zusammen.


Nähe Gottes in der Wüste des Lebens


Der gemischte Projektchor aus Sängern des Mauritius-Chors, der Kantorei und des neuapostolischen Chors Regensdorf unter der Leitung von Urs Bertschinger gab durch seine Liedwahl den roten Faden des Gottesdienstes vor. Das Oratorium «Die Israeliten in der Wüste» von Carl Philipp Emanuel Bach handelt von den Beschwernissen des Volkes Israel nach dem Auszug aus Ägypten. «Die Zunge klebt am dürren Gaum, wir atmen kaum. Rings um uns her ist Grab. Gott, du erhörst des Jammers Klage nicht, du kehrst dein Antlitz von uns ab.» Solch verzweifelte Aussagen stammen von Menschen, denen ihr Leben durch Unglück und Not zu einer bedrohlichen Wüste geworden ist, führte Pfarrer Beyeler in seiner Predigt aus. Sie zeugen von Sehnsucht nach Gott. «Vielleicht ist uns Gott nie so nah, wie in diesen Momenten, in denen wir ihn wirklich vermissen […] und wir spüren, dass etwas mit dem Leben und der Welt nicht stimmt.» Gott möge nicht nur eine Frage bleiben, sondern auch eine Adresse für Fragen sein. Frère Roger, Gründer der ökumenischen Bruderschaft von Taizé, meinte einmal, dass die Sehnsucht nach Gott schon der Anfang des Glaubens sei.


Gelebter Dank für die Wunder Gottes


«O Wunder! Gott hat uns erhört!», sang der Chor in seinem anschliessenden Beitrag. Aus einem toten Felsen hatte Gott durch Mose eine lebendige Wasserquelle gemacht. Im gemeinsamen Gebet zum Bettag war die Rede vom ewigen Gott, der Quelle des Lebens, dem Ehre und Dank gebühren. Das Volk Israel war nach diesem Wunder wieder in der Lage dankbar zu sein. Doch «benötigen wir immer Wunder, um Gott danken zu können?», fragte Hirte Erni die Gemeinde. Wenn man einmal ein Gebet nur mit Dank füllen würde für das, was man haben darf, dann könne man «Wunder» Gottes erkennen, für die man zuvor keine Augen hatte. Ein spezieller Dank dürfe auch für solche gemeinsame Gottesdienste an Gott gerichtet werden, welche die Christen ‒ auch in ihrer Verschiedenheit ‒ versöhnen und vereinen können. Die Liebe Gottes weitergeben, Versöhnung mit dem Nächsten suchen und für den Nächsten beten ‒ das sei gelebter Dank an Gott.


Weg zur ewigen Gemeinschaft mit Gott


«Du bist der Ursprung unsrer Not, hast uns geführet in den Tod.» Vor dem Wunder durch Mose hatten die Israeliten Gott Vorwürfe gemacht. Sie erwarteten, dass Gott ihre Probleme für sie löse. Dabei hätten sie wohl auch den eigentlichen Sinn ihrer Wanderung vergessen: Gott wollte sie aus der Gefangenschaft in das gelobte Land führen. Auch heute sei der Weg vom «Bettag» über den «Bitttag» und «Fordertag» bis hin zum «Vorwurfstag» ein kurzer, so Hirte Erni. Zwei Punkte solle man dabei beachten: «Gott hat seine Schöpfung vollkommen gemacht […] und dem Menschen den Auftrag gegeben, damit zu wirken. Es ist also an uns, die Probleme zu lösen, an deren Ursprung wir selbst sind. Wir dürfen aber Gott um Weisheit dazu bitten.» Ausserdem habe Gott durch das Opfer seines Sohnes Jesu Christi die Voraussetzung geschaffen, die Menschen aus der Gefangenschaft der Sünde, des von Gott Trennenden, zu befreien und in die ewige Gemeinschaft mit ihm zu führen. Den Weg dahin, auf dem gegen das Böse gekämpft werden muss, müsse man selbst gehen. «Machen wir auf diesem Weg öfters einen Halt, um Gott im Gebet zu danken […] für die Liebe und Gnade, die er uns immer wieder gibt.», appellierte Hirte Erni an die Gemeinde.


Abwenden vom Unguten


Neben Dank und Gebet war auch Busse ein Thema des Gottesdienstes. Hier komme es auf das richtige Verständnis des Begriffs Busse an, erklärte Hirte Erni. Busse bedeute, sich der eigenen Unvollkommenheit bewusst zu werden, sich auf den Willen Gottes zu besinnen und sich dann vom Unguten abzuwenden.


Durch die Wüste zum Leben


«Jesus Christus ist die Quelle in den Wüsten unseres Lebens.» Die Fürbitten, vorgetragen von Pastoralassistent Knepper, nahmen noch einmal Bezug auf den Text des Oratoriums. Die Gemeinde bat «für alle Menschen, die eine Durststrecke in ihrem Leben» bewältigen müssen, «für die Menschen, die die Wüste der Einsamkeit erleben», und «für die Menschen, die die Wüste der Krankheit und des Todes durchschreiten müssen». Jesus Christus führt durch die Wüste zum Leben.