Gemeinde-
und Bezirkssuche

Woche 4 / 2019

29.01.2019

Am Mittwochmorgen ging die Reise mit dem Zug Richtung Romandie. Ich besuchte die Glaubensgeschwister der Gemeinde Yverdon-les-Bains und erlebte mit ihnen zusammen Gottesdienst. Auf der Hinreise war ich so in die Arbeitsunterlagen vertieft, dass ich erst kurz vor Ankunft in Yverdon-les-Bains realisierte, dass ich bald aussteigen musste. Hastig verstaute ich die Akten in der Mappe.

 
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Schnell noch das Halstuch und den Mantel angezogen, und schon musste ich aussteigen. Auf dem Parkplatz erwartete mich Bischof René Engelmann, mit dem ich eine Besprechung vereinbart hatte. Etwas erstaunt schaute er mich an und fragte, ob ich am Abend nach dem Gottesdienst wieder nach Hause fahre? Ob es überhaupt noch einen Zug zurück gebe? Mit Schrecken realisierte ich, dass mein Rollkoffer gerade nach Lausanne weiterreiste. Es galt zu telefonieren und abzuklären, wie ich ihn am besten wieder bekäme, denn darin war ja auch meine Kleidung für den Gottesdienst. Während mein Stossgebet zum Himmel stieg, versicherte mir ein freundlicher Mitarbeiter der SBB am Telefon, dass der Zug nur bis Lausanne fahre und Liegengebliebenes dort erst zu den Bahnhofschaltern gebracht werde. Da der Bischof am Nachmittag noch Termine in Lausanne hatte, standen die Aussichten nicht schlecht, meinen Koffer wieder zu bekommen. Nach einer entsprechenden positiven Mitteilung im Laufe des Nachmittags, konnte ich mit grosser Erleichterung Gott danken.


Die Amtsträger und Glaubensgeschwister hatten vom ganzen Geschehen natürlich nichts mitbekommen. Es war wunderschön, mit ihnen zusammen aus dem Reichtum des göttlichen Angebotes zu schöpfen. Ein kleiner Junge durfte die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, was die ansonsten schon kinderreiche Gemeinde noch zusätzlich bereicherte. Die mit viel Feingefühl vorgetragenen Lieder des Chores berührten unsere Herzen.


Am Donnerstagmorgen ganz früh ging es bereits wieder nach Hause, wo viel Arbeit geduldig auf meinem Schreibtisch auf Erledigung wartete. Am Abend durfte ich zusammen mit der Gemeinde Stein /AG den Reichtum eines weiteren Gottesdienstes erleben. Zuvor überraschten der Vorsteher und ich eine jugendliche Glaubensschwester, die seit Jahren ans Bett gefesselt ist, nicht sprechen und nicht selbstständig Nahrung zu sich nehmen kann. Eine unbeschreibliche Freude erfasste uns alle. Auch die Eltern und die Gotte waren anwesend – selige Momente. Unsere Schwester teilt sich mittels kurzen Sätzen auf einem Bildschirm mit. Schreiben kann sie nur, indem sie mit den Augen einzelne Buchstaben des Alphabets fixiert, die anschliessend auf dem Monitor erscheinen. Mich macht solches Erleben ganz klein und unendlich demütig. Mit den Augen und mit Gesten gab unsere Schwester ihrer übergrossen Freude Ausdruck. Endlich durften wir uns einmal persönlich begegnen. Dann und wann hatte ich ihr bisher mittels E-Mail über meine Reisen und Erlebnisse erzählt.


Schon vor der Kirche wurden wir in Stein /AG herzlich willkommen geheissen. Bischof Thomas Wihler war auch schon eingetroffen, und zusammen mit den Bezirksämtern und weiteren Geschwistern erfolgte eine herzliche Begrüssung. Es war schön, auch diese Gemeinde endlich besuchen zu können. Ich war ja kurze Zeit als Bischof für den Bezirk Basel zuständig, konnte aber damals nicht alle Gemeinden besuchen, was ich nun nachholen durfte. Die Erwartung auf das Wirken Gottes durch seinen Geist war gross. Miteinander erlebten wir, wie wir aus der Fülle göttlicher Gnade in Wort und Sakrament schöpfen konnten. Der Chor und das Orchester trugen mit ihren einfühlsam vorgetragenen Liedern sehr viel dazu bei. Glücklich ging anschliessend die Reise zurück nach Hause.


Es war Sonntag geworden! Die Gemeinde Luzern, zusammen mit den Gemeinden Zug und Erstfeld, erwartete meinen Besuch. Es war ein ganz besonderes Erleben: acht Kinder und ein Erwachsener warteten auf das Geschenk Gottes in der Gabe des Heiligen Geistes, Bezirksevangelist Daniel Brenner trat in den Ruhestand, und ein Diakon durfte für die Gemeinde Zug ins Priesteramt ordiniert werden. Diese Feststimmung übertrug sich auf uns alle. Gott macht uns in jedem Gottesdienst immer reicher. Gross ist der Wunsch in uns, diesen Reichtum mit unseren Geschwistern und Mitmenschen zu teilen und dadurch noch reicher zu werden. Einmal mehr standen wir ehrfürchtig vor dem Walten Gottes. Dieses äusserte sich auch darin, dass die vom Dirigenten ausgesuchten Chorlieder, ohne Wissen um das Bibelwort, genau passend waren. So arbeitet der Heilige Geist. Zudem wurden die Lieder wunderschön vorgetragen. Gerne brennen wir für die Sache unseres Meisters Jesus und tragen die frohe Botschaft des Evangeliums mit Begeisterung durch Worte, Taten und unserem Verhalten in unsere Umgebung.